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SFS verstehen

Fragen und Antworten

Die COVID-19-Pandemie hat SFS in ihrer bisherigen strategischen Ausrichtung bestärkt. Die bestehenden strategischen Eckpfeiler waren ein wichtiger Grund, warum das vergangene Geschäftsjahr gut abgeschlossen werden konnte:

  • Konsequente Umsetzung der «Local-for-Local»-Strategie, um unseren Kunden vor Ort ein Engineering-Partner zu sein und sie mit lokal gefertigten Komponenten beliefern zu können.
  • Balancierte Ausrichtung auf Anwendungen in verschiedenen Endmärkten und Geografien, um den Einfluss wirtschaftlicher Zyklen und Krisen auf den Geschäftsgang zu reduzieren.
  • Durch Konzentration auf ausgewählte Kerntechnologien wollen wir eine führende Position erreichen. Dies erlaubt es uns, die Technologien bis an ihre Grenzen auszuschöpfen.
  • Eine gesunde Bilanzstruktur ist die Basis fortlaufender zukunftsgerichteter Investitionen.

SFS wird an ihrer strategischen Ausrichtung festhalten und diese weiterhin konsequent umsetzen.

SFS ist mit ihren Produkten in verschiedenen Anwendungen für Automobile vertreten. Dazu gehören Sitzgurte, Airbags oder Bremssysteme. Die Innovations- und Wachstums­treiber sind dabei die Trends zu mehr Komfort, Sicherheit, Effizienz und übergeordnet zum autonomen Fahren. SFS profitiert dabei von der damit einhergehenden Elektrifizierung der Fahrzeuge, da wir hier weitere Wachstumsfelder, wie z. B. Aktuatoren für elekt­rische Bremssysteme, für uns erschliessen können. Der aktuelle Umsatz mit Produkten für Verbrennungsmotoren liegt im tiefen einstelligen Prozentbereich des Umsatzes der SFS Group. Eine langfristige Verdrängung des Verbrennungsmotors hat keine signifi­kanten Auswirkungen auf unser Geschäft.

Die Kaltmassivumformung ist nicht nur ein sehr produktives Verfahren für die Her­stellung von grossen Serien, sondern dank der sehr hohen Effizienz beim Material­verbrauch auch ein umweltschonendes. Anders als bei den alternativen zerspanenden Herstellverfahren (z. B. Fräsen oder Drehen) wird bei der Kaltmassivumformung nicht Material entfernt, sondern das Rohteil in zwei bis sechs Umformstufen praktisch ohne Materialverlust in die Endform gebracht. Die Materialeinsparung im Vergleich zu zer­spanenden Verfahren ist abhängig von der Form des Bauteils, typischerweise aber sehr hoch.

Über das gesamte Spektrum von Fertigungsteilen bei SFS schätzen wir die Material­einsparung auf rund 67%. Basierend auf unserem jährlichen Rohmaterialverbrauch, den anfallenden Emissionen bei der Herstellung von Stahl und der nicht erforderlichen Zer­spanungsleistung, verhindert der Einsatz der Kaltmassivumformung rund 300’000 Tonnen an CO2-Emissionen.

Nachhaltigkeit ist uns wichtig! Alle Informationen rund um das Thema Nachhaltigkeit bei SFS können Sie unter sustainability.sfs.com nachlesen. Seit letztem Jahr publiziert das Unternehmen einen eigenständigen Sustainability Report. Der aktuelle Report für die Berichtsperiode 2020 wird Ende Mai 2021 publiziert. Dabei verfolgt SFS das langfristige Ziel, nachhaltiges Denken und Handeln ganzheitlich in die Unternehmensstrategie und das Geschäftsmodell zu integrieren. Als Mitglied des UN Global Compact bekennt sich SFS zu den Sustainable Development Goals (SDGs) und priorisiert hier aktuell folgende vier Ziele: SDG 4 – Hochwertige Bildung, SDG 8 – Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, SDG 12 – Verantwortungsvoller Konsum und nachhaltige Produktion sowie SDG 13 – Massnahmen zum Klimaschutz. Diese Priorisierung spiegelt sich in den durch die Materialitätsanalyse von 2019 identifizierten wesentlichen Themen (Wirtschaftliche Leistung, Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz, Aus- & Weiterbildung, Emissionsreduktion sowie Sozioökonomische Compliance) wider. Über die Zielsetzungen, Massnahmen und Fortschritte zu den einzelnen Themen informiert SFS jährlich im Rahmen des Dokuments «Communication on Progress» (UN Global Compact) sowie im GRI-Bericht (Option «Kern»).

Durch gezielte Übernahmen erschliesst SFS neue Märkte, Kunden und Anwendungen und schafft damit die Basis für zusätzliches organisches Wachstum.

Die Division Construction bietet ihren Kunden in Europa und Nordamerika über verschiedene Vertriebs­kanäle ein umfassendes Leistungs­spektrum im Bereich der Befestigung von Gebäude­hüllen an. In einem geografisch und technologisch fragmentierten Wettbewerbs­umfeld ergeben sich somit attraktive Akquisitions­möglichkeiten, welche der Division Construction erlauben, ihre Marktposition kontinuierlich zu stärken und ihr Technologie- und Produktportfolio zu erweitern.

2019 wurden zwei Projekte realisiert. Während die Übernahme der Triangle Fastener Corporation (TFC) zu einem direkten Zugang zu rund 6’000 Endkunden aus der nordamerikanischen Bauindustrie verhalf, ermöglichte der Kauf der Moderne Befestigungs­elemente GmbH (MBE) die Erweiterung des Leistungs­spektrums im Rahmen der Befestigungs­technik für Fassaden­konstruktionen sowie einen zusätzlichen Markt- und Kundenzugang in der europäischen Baubranche.

Das Segment D&L fusst auf den historischen Wurzeln der SFS Group. Gegründet 1928 als Eisen­warenhandlung Stadler in Altstätten, entwickelte sich das Handels­geschäft konstant weiter und wurde im Verlauf der Zeit um neue Produkt- und Anwendungs­felder ergänzt. Der geografische Fokus auf die Schweiz wurde dabei immer beibehalten, sodass das Segment seine Marktposition kontinuierlich ausgebaut und verstärkt hat. Heute wächst das Segment mittels seiner Logistik­lösungen selektiv auch über die Schweizer Grenzen hinaus: Grosse internationale Kunden setzen die Logistik­lösungen von SFS, welche auch durch ihre Skalierbarkeit überzeugen, zunehmend auch an ihren globalen Produktions­standorten ein. Somit können die Kunden von den Vorteilen der Logistik­systeme wie tiefere Lagerbestände, höhere Verfügbarkeit und tiefere Prozess­kosten sowie auch vom SFS Produkt­sortiment an Standorten ausserhalb der Schweiz profitieren. Für das Segment eröffnen sich dadurch weitere Wachstums­möglichkeiten.

Die Aufteilung in drei Segmente, welche für die drei unterschiedlichen Geschäfts­modelle stehen, ist für SFS vorteilhaft. Während sich die Segmente Engineered Components und Fastening Systems in den Bereichen Fertigungs­technologien und -fähigkeiten gegenseitig fördern und ergänzen, profitieren die Segmente Fastening Systems und Distribution & Logistics von gemeinsamen Kompetenzen in den Bereichen Verkauf und Vertrieb, Dienstleistungen sowie Logistiklösungen. Unser Leistungs­versprechen – Inventing success together – zieht sich durch alle Segmente unserer Geschäftstätigkeiten und bedingt den ununterbrochenen Willen zur stetigen Verbesserung, um für unsere Kunden Mehrwert zu schaffen. Mit dem Ziel, in enger Partnerschaft den Erfolg gemeinsam zu erfinden.

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Die SFS Group hat ihre historischen Wurzeln in der Schweiz: Hier begann 1928 die Geschichte des Unternehmens in der damaligen Eisen­waren­handlung Stadler in Altstätten. Das 1960 gegründete Presswerk in Heerbrugg legte den Grundstein für die industriellen Aktivitäten und die internationale Entwicklung. Das Bestreben, nahe bei unseren Kunden zu sein, war der Treiber für die Internationalisierung und führte zum Aufbau einer globalen Präsenz.

Auch heute ist die Schweiz immer noch von grosser Bedeutung für die SFS Group. Der Umsatz­anteil der Schweiz beträgt knapp 20% und rund 25% der Mitarbeitenden (check) sind in der Schweiz beschäftigt. Neben dem Segment Distribution & Logistics, dessen Aktivitäten auf die Schweiz ausgerichtet sind, und den zentralen Service-Bereichen versorgen die Divisionen Automotive und Industrial ihre europäischen Kunden primär von den Standorten in der Schweiz aus. Dank der Fokussierung auf die Entwicklung und Herstel­lung von Know-how-intensiven und technologisch anspruchs­vollen Produkten sowie auf hoch automatisierbare und kapital­intensive Prozesse sind die Schweizer Standorte international wettbewerbsfähig – auch vor dem Hintergrund des starken Schweizer Frankens. Die relativ gute Verfüg­barkeit von qualifizierten Mitarbeitern ist dabei ein wichtiger Standortvorteil und macht die Schweiz zum Innovations- und Technologie-Hub.

Die weltpolitische Lage ist in den vergangenen Jahren unübersichtlicher geworden. Nationalistische Tendenzen haben sich vielerorts verstärkt. Der verschärfte Ton in den Handelsbeziehungen wird zunehmend zum Risikofaktor. Die möglichen Konsequenzen sind für die Weltwirtschaft derzeit kaum abschätzbar.

Trotz dieser Herausforderungen blickt SFS vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Als Value-Engineering-Spezialist, der in ausgewählten Nischenanwendungen mit oft erfolgskritischen Präzisionsprodukten für seine Kunden Mehrwert schafft, sind wir schon immer nah bei den Kunden gewesen. Dies ist unser Treiber für Innovation und Internationalisierung und führte zum Aufbau einer globalen Präsenz. Mit standardi­sierten Produktionsanlagen schaffen wir ein hohes Mass an Flexibilität – die in einem Worst Case rasch zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil werden kann.

Beispielsweise werden Szenarien einer Verlagerung der Supply Chain der Elektronik­industrie ausserhalb Chinas intensiv verfolgt und mit den Kunden diskutiert. Über ihre etablierten Standorte in Malaysia und Indien verfügt SFS bereits über potenziell alternative Produktionsplattformen. Durch die breite Verankerung in verschiedenen Nischenanwendungen haben wir gute Voraussetzungen, um negative Entwicklungen in einzelnen Märkten abzufedern.

Über die internen Entwicklungsabteilungen verfolgt SFS kontinuierlich die technologischen Entwicklungen in den für sie relevanten Geschäftsbereichen. Dies führt zu Ergänzungen entlang der gesamten Wertschöpfung und des Produktportfolios, falls die Neuerungen in den strategischen Fokus von SFS passen.

SFS verfolgt die Entwicklung der additiven Fertigungsverfahren und setzt diese z. B. im Bereich von Prototypen bereits erfolgreich ein. Unser Fokus liegt aber auf Märkten und Anwendungen, die von der Produktion sehr hoher Stückzahlen geprägt sind: SFS fertigt jährlich über 30 Milliarden Präzisionskomponenten weltweit. Bei diesen Volumina bietet z. B. die Kaltmassivumformung – eine unserer Kerntechnologien – aufgrund der sehr hohen Produktivität grosse Vorteile. Additive Fertigungsverfahren sind heute bei diesen Mengenleistungen keine Alternative. Mit steigendem Reifegrad könnten sie das Technologieportfolio von SFS zukünftig aber wertvoll ergänzen.

Bei Befestigungslösungen fokussiert sich SFS auf ausgewählte mechanische Anwendungen, die unseren Kunden Mehrwert bieten können. Dieser Zusatz­nutzen kann z. B. in Form eines effizienteren Befestigungsprozesses, einer höheren Zuverlässigkeit oder einer verbesserten Ergonomie realisiert werden. Bei solchen Anwen­dungen sind alternative Befestigungssysteme wie z. B. eine Klebeverbindung typischerweise keine sinnvolle Alternative bzw. kreieren diese nicht den aufgezeigten Mehrwert

Die neue Produktionsplattform in Nantong bringt sowohl der Division Electronics als zukünftig auch anderen Divisionen von SFS wichtige strategische Vorteile in verschiedenen Geschäftsbereichen. Die breite Palette an Fertigungskompetenzen in Nantong stösst bei bestehenden und potenziellen Kunden auf grosses Interesse.

Für die Division Electronics ist das Werk in Nantong der wichtigste Produktionsstandort, welcher vier bisherige Standorte ablöst. Im Automobilbereich dient das Werk als Plattform, um den Bedarf nach einer weiteren Lokalisierung der Komponentenfertigung abzudecken, welche SFS ihren Kunden mit ihrer «Local-for-Local»-Strategie bieten kann:

  • Die Produktionsstätte verfügt über eine zeitgemässe Infrastruktur und alle relevanten Lizenzen zur Oberflächenbeschichtung von Komponenten.
  • Dank der neuen Plattform in Nantong konnte die Division Electronics im Verlauf des Jahres Effizienzsteigerungen durch die erfolgreiche Konsolidierung mehrerer chinesischer Standorte realisieren.
  • Im Bereich Automotive konnten neue Projekte mit lokal ansässigen Kunden akquiriert werden. Die ersten Serienhochläufe werden im ersten Semester 2021 erwartet.
  • Daneben wird die Plattform in Nantong den Divisionen D&L und Medical ebenfalls erlauben, lokal ansässige Kunden vor Ort zu beliefern, und somit zu einem wichtigen Standortvorteil werden.

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