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Lagebericht

In dynamischem Marktumfeld

In einem dynamischen Marktumfeld, welches durch eine hohe Nachfrage, Engpässe in Lieferketten und die andauernde COVID-19-Pandemie geprägt war, hat SFS die sich bietenden Chancen in allen Segmenten genutzt und dank guter Lieferfähigkeit den Umsatz um 11.0% auf CHF 1’893.1 Mio. gesteigert. Alle Endmärkte und Regionen trugen zu dem guten Wachstum bei. Die resultierende hohe Auslastung der Produktionskapazitäten stärkte die Ertragskraft und führte zu einer starken EBIT-Marge von 15.9%
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Heinrich Spoerry
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre

Auch 2021 war für die SFS Group ein sehr ereignisreiches Jahr. Unverändert blieb die COVID-19-Pandemie das bestimmende Thema. Die Erholung des Marktumfeldes, welche sich bereits ab dem dritten Quartal 2020 abzeichnete, setzte sich im Verlauf des ersten Semesters 2021 fort. Gegenüber der durch den Lockdown geprägten Vorjahresperiode resultierte im ersten Semester 2021 ein Wachstum von 23.8%. Der Sommer brachte Entspannung und eine Lockerung der strikten Pandemie-Massnahmen, dafür kam die nächste Coronawelle im Herbst mit Wucht und die Infektionszahlen stiegen rasant. Produktionsdrosselungen, eine der weiteren Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, führten zu weltweiten Störungen der Lieferketten und Lieferengpässen bei Halbleitern sowie weiteren Rohmaterialien, welche sich teilweise auch auf die Abrufe bei SFS auswirkten. Trotz einem leichten Umsatzrückgang um 2.3% im zweiten Halbjahr 2021 gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 resultierte im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020 eine deutliche Umsatzsteigerung von 11.0% auf CHF 1’893.1 Mio. Konsolidierungseffekte trugen 0.8% zum Wachstum bei, während Währungseffekte die Entwicklung mit –0.1% nur leicht bremsten. Das im Berichtsjahr erreichte Umsatzniveau liegt somit auch klar über dem Wert von 2019 (CHF 1’781.4 Mio.) und hat die gute Positionierung von SFS über den Zyklus hinweg bestätigt.

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Jens Breu

Dank hoher Flexibilität und Engagement Zukunft weiter gestaltet
Anders als 2020, als insbesondere die Entwicklung in der Automobilindustrie stark durch die Pandemie beeinträchtigt war, waren 2021 die COVID-19-bedingten Einschränkungen in unseren Märkten geringer, wovon die generelle Nachfrage deutlich profitierte. Der Schutz der Gesundheit der Mitarbeitenden bei gleichzeitiger Sicherstellung der Lieferfähigkeit und hoher Auslastung verlangte ein hohes Mass an Flexibilität und Engagement aller Mitarbeitenden. In dieser herausfordernden Situation gelang es, wichtige Fortschritte bei der zukünftigen Positionierung von SFS zu realisieren:

  • Aufgrund der hohen Wettbewerbsfähigkeit ist es den Divisionen gelungen, wichtige Neuprojekte, Lieferanteile und Neukunden zu gewinnen, welche die Basis für das zukünftige Wachstum bilden. Ein Leuchtturm-Projekt stellt dabei der Gewinn eines Grossauftrags am Standort Heerbrugg (Schweiz) für Präzisionskomponenten für eine neue Generation elektrischer Bremssysteme mit einem gesamten Umsatzvolumen von über CHF 100 Mio. in den Jahren 2024–2033 dar.
  • Die Verlagerung des chinesischen Fertigungsstandortes der Division Riveting von Nansha nach Nantong, der Produktionsplattform, welche auch von anderen Divisionen genutzt wird, konnte mit Bravour abgeschlossen werden.
  • Durch die Entwicklung und Verabschiedung der Umwelt-Roadmap kommen wir dem Ziel, die verursachten Emissionen kontinuierlich und mit messbaren Vorgaben reduzieren zu können, einen wesentlichen Schritt näher. Konkret bedeutet dies, dass SFS bis 2030 eine Reduktion der internen CO2-Emissionen um ≥90%, gemessen als Tonnen CO2 pro Wertschöpfungsfranken, anstrebt.
  • Zusammen mit Hoffmann erlangt die SFS Group eine international starke Stellung im attraktiven Bereich der Qualitätswerkzeuge. Die beiden Unternehmen verbinden eine langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit sowie eine hohe Übereinstimmung hinsichtlich Leistungsversprechen und Werthaltung. Beide Unternehmen sind in ihren angestammten Bereichen als führende Anbieter positioniert. Die Bündelung der Kräfte markiert einen Meilenstein und schafft für beide bedeutende Entwicklungsmöglichkeiten.

Ertragskraft durch hohe Auslastung gesteigert
Die starke, aber teilweise volatile Marktnachfrage resultierte in einer insgesamt guten Auslastung der Produktionskapazitäten. Die phasenweise hohe Kapazitätsauslastung sowie das vorausschauende und weiterhin gezielte Kostenmanagement führte zu einem rekordhohen Betriebserfolg (EBIT) von CHF 301.7 Mio. und einer EBIT-Marge von 15.9% des Nettoumsatzes (Vj. 13.3%). Der Konzerngewinn entspricht mit CHF 248.0 Mio. (Vj. CHF 184.8 Mio.) 13.1% des Nettoumsatzes.

Die positive Entwicklung der Ertragskraft resultierte in einem Return on Capital Employed (ROCE) von 26.1%. Die Eigenkapitalquote konnte auf 78.9% gesteigert werden.

Kompetenzen bewahrt
Die SFS Group hatte Ende 2021 10’509 Vollzeitstellen (Vj. 10’692). Die grösstenteils stabile Entwicklung ist Ausdruck der langfristig aufgesetzten «Local for Local»-Strategie mit robusten, leistungsfähigen Lieferketten sowie der Entscheidung, die Produktionskapazitäten im Verlauf der nun zweijährigen Pandemie fast ausschliesslich durch temporäre Massnahmen anzupassen. So konnte SFS trotz Herausforderungen bei der Materialverfügbarkeit sowie teils langer Lieferzeiten eine hohe Lieferfähigkeit aufrechterhalten und von den dynamischen Marktbedingungen in der Berichtsperiode profitieren.

Engineered Components (EC)
Geprägt von Nachholeffekten in den automobilnahen und industriellen Bereichen
Das Segment EC mit seiner Ausrichtung auf industrielle Anwendungen profitierte deutlich von der Erholung nach dem COVID-bedingten Einbruch im Geschäftsjahr 2020. Die Erholung erfolgte je nach Endmarkt nach unterschiedlichen Mustern. Im Bereich der Automobilindustrie wurde die gute Entwicklung des ersten Halbjahres 2021 ab den Sommermonaten durch Engpässe in der Lieferkette für Halbleiter gebremst. Die Entwicklung in den verschiedenen industriellen Nischenmärkten, welche die Division Industrial bedient, zeigte – zeitlich verzögert und deutlich abgeschwächt – ein ähnliches Muster. Das Geschäft im Bereich Aircraft verharrte auf tiefem Niveau, wobei zum Jahresende eine erste Belebung einsetzte. Die Division Electronics profitierte von einem unverändert positiven Marktumfeld, welches im zweiten Semester aber ebenfalls von der Halbleiter-Knappheit beeinträchtigt wurde. Im Medizinalbereich entwickelte sich die Nachfrage tendenziell steigend.

Insgesamt erarbeitete das Segment einen Umsatz von CHF 975.2 Mio., was einem Wachstum von 8.6% im Vergleich zur Vorjahresperiode entspricht. Neben den erwähnten Engpässen in den Lieferketten unserer Kunden ist der starke Basiseffekt ein weiterer Grund für die rückläufige Wachstumsrate im zweiten Halbjahr. Das Umsatzwachstum wurde fast ausschliesslich organisch erarbeitet; Währungs- und Konsolidierungseffekte hatten nur geringe Auswirkungen von –0.5% respektive +1.2%.

Die Entwicklung der Profitabilität des Segments EC profitierte von der insgesamt hohen Auslastung als Folge der guten Nachfragesituation. Die EBIT-Marge konnte gegenüber der Vorjahresperiode um 160 Basispunkte gesteigert werden und beträgt für das Geschäftsjahr 2021 17.1%, was dem Vor-COVID-Niveau entspricht. Als Folge der tieferen Auslastung im zweiten Semester, welche von Engpässen in den Lieferketten verursacht wurde, ging die EBIT-Marge in diesem Zeitraum leicht zurück.

Fastening Systems (FS)
Dynamische Marktsituation während des ganzen Jahres
Die aussergewöhnliche Nachfragesituation, welche das Segment Fastening Systems bereits im ersten Semester der Berichtsperiode für ein Rekordergebnis zu nutzen wusste, hielt auch im zweiten Halbjahr an. Die starke Nachfrage führte jedoch im Markt verbreitet zu Lieferengpässen. In diesem herausfordernden Umfeld gelang es beiden Divisionen, ihre Lieferfähigkeit weitgehend sicherzustellen und Marktanteile zu gewinnen.

Die Division Construction konnte dank robusten Wertschöpfungsketten ihre bestehenden Kunden beliefern und zusätzlich neue Kunden gewinnen. Mit der Akquisition von Jevith A/S (Dänemark, per 1. Juli 2021) und GLR Fasteners (USA, per 1. August 2021) gelang es, den Marktzugang in Europa und den USA auszubauen. Die Division Riveting nutzte die gute Nachfragesituation bei industriellen Kunden, wohingegen das Geschäft mit Kunden aus der Automobilindustrie im Verlauf des zweiten Halbjahres eine deutliche Abkühlung erlebte. Diese wurde ausgelöst durch Engpässe in der Lieferkette für Halbleiter, welche sich auf die Produktionszahlen der OEMs und zeitverzögert auf die Abrufe bei der Division Riveting auswirkten.

In diesem aussergewöhnlichen Umfeld erzielte das Segment in der Berichtsperiode einen Umsatz von CHF 574.9 Mio., was eine bemerkenswerte Steigerung von 17.4% im Vergleich zur Vorjahresperiode bedeutet. Konsolidierungseffekte trugen +0.5% und minimale Währungseffekte +0.3% zum Umsatzwachstum bei.

Beide Divisionen profitierten von einer hohen Kapazitätsauslastung während des gesamten Jahres. Mit umsichtigem Kosten- und Preismanagement gelang es dem Segment, die Turbulenzen aufgrund der andauernden Pandemie sowie der Verwerfungen in den Lieferketten zu meistern und eine Rekord-EBIT-Marge von 17.4% zu erzielen. Ein aussergewöhnliches Resultat, welches um 5.5 Prozentpunkte über der EBIT-Marge der Vorjahresperiode liegt.

Distribution & Logistics (D&L)
Gute Ausgangslage aus erstem Semester genutzt
Das Segment Distribution & Logistics, welches vorrangig Kunden aus der industriellen Fertigung und dem Baugewerbe in der Schweiz bedient, ist deutlich gewachsen und erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr ein starkes Ergebnis. Dank der stabilen Marktnachfrage in allen Anwendungsbereichen sowie der insgesamt guten Materialverfügbarkeit konnte der Umsatz des Segments in der Berichtsperiode auf CHF 343.0 Mio. oder um 8.2% gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Der Anteil der Währungseffekte betrug +0.2%. Mit namhaften Kunden wurden die bestehenden Geschäftsbeziehungen weiter ausgebaut. Zusätzlich haben Neukunden das Wachstum noch breiter abgestützt.Dank dem starken Umsatzwachstum und umsichtigen Management erarbeitete das Segment einen Betriebserfolg (EBIT) von CHF 32.6 Mio., was einer EBIT-Marge von 9.4% entspricht.

Mit Hoffmann das Segment D&L internationalisieren
Durch den geplanten Einbezug von Hoffmann erlangt das Segment D&L eine international starke Stellung im attraktiven Bereich der Qualitätswerkzeuge. Hoffmann ist ein führender internationaler Systempartner für Qualitätswerkzeuge mit hoher Bekanntheit in den europäischen Märkten und bedient über 100’000 Kunden mit einem Sortiment von ca. 500’000 Artikeln. Neben dem umfassenden Produktspektrum schätzen die Kunden die hohe Produkt- und Logistikkompetenz, welche mit der Inbetriebnahme der neuen LogisticCity in Nürnberg (Deutschland), dem leistungsfähigsten Logistikcenter für Qualitätswerkzeuge in Europa, weiter gestärkt wird. Die Transaktion unterliegt den üblichen Vollzugsbedingungen. Ein Abschluss der Transaktion wird im ersten Semester 2022 erwartet.

Starke Wettbewerbsposition als Basis für zukünftiges Wachstum
Die Innovationstrends, auf welche sich SFS ausgerichtet hat, haben sich auch im Geschäftsjahr 2021 als robust erwiesen. Aufgrund der hohen Wettbewerbsfähigkeit ist es den Segmenten gelungen, wichtige Neuprojekte und Lieferanteile zu gewinnen, welche die Basis für das zukünftige Wachstum bilden. Im Bereich der Produktion von Baugruppen für elektrische Bremssysteme für die Automobilindustrie konnte beispielsweise eine Zusammenarbeit mit allen drei der grossen Tier-1-Zulieferern in den USA und der EU intensiviert werden.

Die mit dem Wachstum einhergehenden Investitionen in Gebäude, Anlagen sowie Hard- und Software betrugen in der Berichtsperiode CHF 121.4 Mio. (Vj. CHF 104.1 Mio.). Treiber waren der Bau der neuen Produktionshalle in Heerbrugg (Schweiz) für die Division Automotive, der voranschreitende ERP-Generationswechsel zu S/4HANA, das starke Engagement im Bereich Cybersecurity und weitere projektspezifische Investitionen. Der Bau der zusätzlichen Produktionshalle schafft Kapazität zur Produktion von Baugruppen für elektrische Bremssysteme und verläuft plangemäss. Die Inbetriebnahme wird im dritten Quartal 2022 erfolgen. Inklusive der 2021 gewonnenen Projekte können aktuell bereits ca. zwei Drittel der entstehenden Gebäudekapazitäten ausgelastet werden.

Die Vorbereitungen für den angekündigten Ausbau des Standorts in Nantong (China) verlaufen nach Plan und die Bauarbeiten werden im 2022 gestartet. Die Produktionsfläche wird durch die Erweiterung um ca. 70% erhöht. Ende 2023 wird der erweiterte Standort den Divisionen Electronics, Automotive, Industrial, Riveting, Medical sowie Distribution & Logistics zur Realisierung ihrer Wachstumsprojekte zur Verfügung stehen. Die Standorterweiterung in Hallau (Schweiz) für die Divisionen Industrial und Medical konnte plangemäss fertiggestellt und erfolgreich in Betrieb genommen werden. In Johor Bahru (Malaysia) wurde eine bestehende Produktionshalle in unmittelbarer Nähe des Unisteel-Malaysia-Standortes dazugekauft, um die erwarteten Neuprojekte in den Bereichen Hard Disk Drives und Medizinaltechnik zu unterstützen.

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung lagen bei CHF 45.6 Mio. (Vj. CHF 44.5 Mio.) und wurden vollumfänglich der Erfolgsrechnung belastet.

Nachhaltigkeit hat strategische Priorität
Nachhaltigkeit ist uns wichtig! Nachhaltiges Denken und Handeln gibt uns die Möglichkeit, unsere Prozesse und Produkte täglich zu hinterfragen und zum Wohle aller Anspruchsgruppen stetig zu verbessern. Die Entwicklung nachhaltigerer Produkte und Lösungen durch unsere Kunden gibt uns als «Value Engineering Specialist» eine Vielzahl von Möglichkeiten, mit unserem Know-how und getreu dem Leitbild «Inventing success together» unseren Kunden nachhaltigen Mehrwert zu bieten.

Auch im Geschäftsjahr 2021 konnten wiederum wichtige Schritte getan und Fortschritte erzielt werden.

Eckpfeiler der nachhaltigen Entwicklung

Detaillierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit bei SFS können unter sustainability.sfs.com nachgelesen werden.

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Potenzielle Risiken beurteilt
Die Konzernleitung und der Verwaltungsrat beurteilen regelmässig die wichtigsten Geschäftsrisiken der SFS Group. Mindestens einmal im Jahr wird eine umfassende Risikobeurteilung durchgeführt, in der die relevanten Risiken systematisch nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenspotenzial klassifiziert werden. Auch im Berichtsjahr wurden erneut potenzielle Risiken und die Möglichkeiten zu deren Eingrenzung diskutiert. Der Fokus lag dabei auf Datenverlust und eingeschränkter Betriebstätigkeit aufgrund von Cyberattacken, Investitionsrisiken bei Grossprojekten, Lieferverzögerungen infolge des Pandemieausbruchs, Risiken bei akquirierten Unternehmen, Gewährleistungsrisiken aufgrund von Rückrufaktionen, geopolitischen Instabilitäten, Abhängigkeit von der globalen Wirtschaftslage sowie Risiken im Bereich Compliance und Währungsschwankungen.

Veränderung in der Konzernleitung
Anlässlich der Generalversammlung vom 22. April 2021 übernahm Volker Dostmann die CFO-Funktion bei SFS von Rolf Frei, welcher das Unternehmen bis zu seiner ordentlichen Pensionierung 2023 bei ausgewählten strategischen Projekten weiterhin unterstützen wird.

Mit Vollzug der Transaktion wird Hoffmann als zweite Division in das Segment Distribution & Logistics der SFS Organisation aufgenommen werden. Der heutige Vorstandsvorsitzende von Hoffmann, Martin Reichenecker, wird damit Mitglied der Konzernleitung von SFS.

Veränderung im Verwaltungsrat
An der Generalversammlung 2021 wurde Manuela Suter, CFO und Mitglied der Konzernleitung von Bucher Industries, von den Aktionären in den Verwaltungsrat der SFS Group gewählt. Aufgrund ihrer mehrjährigen Erfahrung in multidivisionalen, internationalen und börsenkotierten Industrieunternehmen, ist sie eine wertvolle Ergänzung des Gremiums.

Ausserordentliche Generalversammlung vom 31. Januar 2022
Die aktuellen Eigentümerinnen von Hoffmann werden 100% der Aktien der Hoffmann SE in die SFS Group einbringen. Ein Teil des Kaufpreises wird in Form von SFS Aktien entrichtet. Zu diesem Zweck wurde an der ausserordentlichen Generalversammlung die Schaffung von genehmigtem Kapital im Umfang von höchstens CHF 160’000 (entspricht höchstens 1’600’000 Aktien) beantragt. Die Aktionäre der SFS Group AG haben diesen Antrag mit einer Zustimmung von 99.3% genehmigt und damit ihre Unterstützung für die Transaktion zum Ausdruck gebracht. Die Kapitalerhöhung erfolgt unter Ausschluss der Bezugsrechte der bestehenden Aktionäre.

Ausblick 29. Generalversammlung vom 27. April 2022
Der Verwaltungsrat der SFS Group AG schlägt der Generalversammlung vom 27. April 2022 die Wahl von Thomas Oetterli, Jahrgang 1969, als Nachfolger von Heinrich Spoerry zum Präsidenten des Verwaltungsrats vor. Aufgrund der Erreichung der statutarisch festgelegten Altersgrenze wird Heinrich Spoerry aus dem Verwaltungsrat ausscheiden. Thomas Oetterli ist seit 2011 unabhängiges Mitglied des Verwaltungsrats der SFS Group und führt seit 2014 den Vorsitz des Audit Committees. Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit im Verwaltungsrat der SFS Group verfügt Thomas Oetterli über umfassende Kenntnisse der Unternehmensgruppe.

Ebenso beantragt der Verwaltungsrat bei den Aktionärinnen und Aktionären die Zuwahl von Dr. Peter Bauschatz, derzeit Vorsitzender des Aufsichtsrats der Hoffmann SE, in den SFS Verwaltungsrat. Die Zuwahl von Dr. Peter Bauschatz erfolgt unter der aufschiebenden Bedingung des Vollzugs der Akquisition der Hoffmann SE. Der Einbezug von Hoffmann auf verschiedenen Stufen bei SFS schafft Kontinuität und die Basis für eine erfolgreiche zukünftige Entwicklung.

Aufgrund der guten Ertragslage und Bilanzstruktur, des Ausblicks auf die weitere Geschäftsentwicklung und der anstehenden Finanzierung der Hoffmann-Transaktion beantragt der Verwaltungsrat die Ausschüttung einer Dividende von CHF 2.20 je Aktie.

Die Generalversammlung wird gestützt auf die bundesrätliche Verordnung über Massnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie, wie schon im Vorjahr, ohne physische Teilnahme von Aktionärinnen und Aktionären durchgeführt. Dieser Entscheid wurde schon vor der Aufhebung der pandemiebedingten Restriktionen in Absprache mit dem Partnerunternehmen getroffen, mit dem wir uns alle Aufwendungen für die Bereitstellung der erforderlichen Infrastruktur jeweils geteilt haben. Die Ausübung der Stimmrechte kann ausschliesslich via schriftliche oder elektronische Vollmacht an den unabhängigen Stimmrechtsvertreter delegiert werden. Die Generalversammlung findet in den Räumlichkeitender SFS Group AG in Heerbrugg (Schweiz) im Beisein des unabhängigen Stimmrechtsvertreters und der Revisionsstelle statt. Weitere Informationen dazu folgen mit der Einladung.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2022
Die Entwicklung bleibt weiterhin von erheblichen Unsicherheiten infolge von schwelenden geopolitischen Entwicklungen wie derzeit vom Krieg in der Ukraine, Handelskonflikten sowie anhaltenden Verwerfungen in den Lieferketten geprägt. Die Unsicherheiten in den internationalen Lieferketten, welche sich mit dem Abklingen der COVID-19-Pandemie schrittweise reduzieren sollten, bleiben voraussichtlich bis Anfang 2023 bestehen. In diesem Umfeld hat die Sicherstellung eines maximalen Kundenfokus höchste Priorität. Investitionen in den gezielten Ausbau von Produktionskapazitäten und damit zur Realisierung von anspruchsvollen Wachstumsprojekten werden weiterhin konsequent umgesetzt. Grossprojekte im laufenden Geschäftsjahr sind der Start der Erweiterung der Produktionsplattform in Nantong (China), der Bezug der neuen Halle 6 am Standort in Heerbrugg (Schweiz) und die ersten Go-lives der neuen ERP-Generation S/4HANA. Unverändert gilt ein strategischer Fokus dem Ausbau der globalen Fertigungsplattform für die Herstellung von Produkten für Anwendungen in der Medizinaltechnik. Den Zusammenschluss mit Hoffmann erwarten wir im ersten Semester 2022, nach Erfüllung der üblichen Vollzugsbedingungen.

SFS geht davon aus, dass sich die Produktabrufe nach einem teilweise verhaltenen ersten Halbjahr im Jahresverlauf verstärken werden. Aufgrund der soliden Projektpipeline sind wir zuversichtlich, dass die Entwicklung in allen Endmärkten positiv sein wird. Basierend darauf erwartet SFS stand-alone für das Geschäftsjahr 2022 ein Umsatzwachstum von 3–6% bei einer EBIT-Marge von 13–16%. Der Ausblick wird nach Vollzug der Transaktion mit Hoffmann aktualisiert.

Herzlicher Dank
Für den hervorragenden Einsatz unter den aussergewöhnlichen Rahmenbedingungen während der COVID-19-Pandemie danken wir allen Mitarbeitenden herzlich. Trotz dieser herausfordernden Zeit erleben wir grossen Einsatz, guten Teamgeist und Durchhaltevermögen bei unseren Mitarbeitenden.

Unser Dank geht auch an unsere Kunden und weiteren Geschäftspartner. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit und das entgegengebrachte Vertrauen bilden die Basis für die gemeinsame Entwicklung von Lösungen, die nachhaltig Mehrwert generieren.

Unseren Aktionären danken wir für ihr Vertrauen in SFS und die loyale Unterstützung, welche unserem Unternehmen Stabilität verleiht.

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Heinrich SpoerryPräsident des Verwaltungsrats
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Jens BreuCEO